SINFONIEKONZERT Philharmonisches Orchester Erfurt

Schumann: Ouvertüre zu “Genoveva”, Brahms: Violinkonzert (Christel Lee), Schumann: Sinfonie Nr. 2

Obwohl Robert Schumanns “Genoveva” kein Bühnenerfolg beschieden war, kann sich deren Ouvertüre heute sehr wohl hören lassen, vor allem, wenn sie wie im Erfurter Konzert mit reichen klanglichen Schattierungen ausgestattet wird. (… Sie) traf als spannungsgeladenes Psychogramm beziehungsweise als ein zwischen den Orchesterregistern erregt wie lieblich geführter Dialog aus den Zuhörer. Ein Fundus an weiblichen Seelenregungen entfaltete seine Anziehungskraft, nicht zuletzt deshalb, weil der freischaffende, international besonders als Operndirigent gefragte Roland Böer mit dem Orchester atmete, es in die rechte Schwingungen zu setzen vermochte.

(…) Auf den ersten heiklen Einsatz der Blechbläser in Robert Schumanns 2. Sinfonie C-Dur folgte über vier Sätze ein mitreißendes Spiel aus Be- und Entschleunigung. Der sich bis zur Atemlosigkeit aufbäumende dramatische Impetus bestimmte die Interpretation. (…) Es spricht für die Leistungskraft des Philharmonischen Orchesters, dass Dirigent Roland Böer seine interpretatorischen Vorstellungen mühelos auf den flexible reagierenden Klangkörper übertragen konnte.

Ursula Mielke, Thüringer Allgemeine Zeitung, 14. Oktober 2017

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